Verdi setzt sich dafür ein, tariflich die Arbeitsbedingungen für die Beschäftigten zu sichern und zu gestalten. [47] In der Vergangenheit plädierte Verdi mehrfach für die Aufrechterhaltung der Tarifeinheit und behauptete, sie unterstütze die Durchsetzungskraft des Personals und die Akzeptanz von Tarifverhandlungen. [48] Verdi wies alle Versuche zurück, das Streikrecht der Beschäftigten zu ändern, und kündigte an, gegen entsprechende gesetzliche Beschränkungen vorgehen zu wollen, auch wenn es fälle vor dem Bundesverfassungsgericht einleiten werde. [49] [50] Im Rahmen der Tarifpolitik setzt Verdi vor allem auf die Gleichstellung von Männern und Frauen. [51] Gender Mainstreaming spielt zusätzlich eine Rolle, wenn es um die Zusammensetzung des gewerkschaftseigenen Vorstands geht. [52] Ein weiteres Ziel der Tarifpolitik von Verdi ist es, Löhne und Renten in den alten und neuen Bundesländern in Einklang zu bringen. [53] Kritiker warfen Verdi auch vor, sich stark für Arbeitnehmerrechte und faire Löhne in der Öffentlichkeit einzusetzen, diese Ziele aber intern nicht zu erreichen. Ein Beispiel war die Kantine am Verdi-Hauptsitz in Berlin, die vom internationalen Catering-Unternehmen Sodexo betrieben wurde. Wie in der Branche typisch, schließt Sodexo keine Industrietarifverträge ab, sondern setzt Tarifverträge auf Unternehmensebene ein. [80] Nach Informationen der Neuen Ruhr Zeitung lagen die Löhne der Beschäftigten der Mitverdi eng mit Verdi verbundenen Arbeitnehmerakademie (DAA) unter dem Satz, den Verdi mit Konkurrenten wie der AWO oder der Diakonie ausgehandelt hatte.

[81] Auch die Aktionen von Verdi während der Streiks stehen immer wieder in der Kritik, wobei in einigen Berichten behauptet wird, dass die Beschäftigten in Einzelfällen zum Streik gezwungen wurden, was die Gewerkschaft bestritt. [82] Kritiker bezeichnen auch mehrere von Verdi organisierte Streiks als unverhältnismäßig. [83] [84] Es ist auch geplant, einige grundlegende Leitlinien für die Tarifpolitik auszuarbeiten, die für die gesamte Verdi verbindlich sein sollten. Verstößt der Abschluss eines Tarifvertrags gegen diese Leitlinien, sollte die nationale Ebene ein Vetorecht haben, obwohl die Einzelheiten noch ausgearbeitet werden müssen. Schließlich wird es einen einheitlichen Streikfonds für die gesamte Verdi-Organisation geben, der auf nationaler Ebene verwaltet wird. Der Landesvorstand wird auch die endgültigen Entscheidungen über Streiks oder Arbeitskampfmaßnahmen treffen. (1. Oktober 2019) Die Anhebung des Mindestlohns auf 12 Euro war eine der Forderungen, die die Delegierten des Verdi-Gewerkschaftskongresses anzogen. Sie kamen zusammen, um über die Politik für die nächsten vier Jahre zu debattieren und zu entscheiden. Zu den wichtigsten Themen gehörten die Stärkung der Tarifverhandlungen, die Erhöhung der Mitgliederzahl und die Wahl der neuen Führung.